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Rückblick auf ein wildes Jahr. Ausblick auf eine Zukunft, die Hoffnung macht.

Anmerkung: Wir möchten an dieser Stelle erwähnen, dass Thanksgiving für uns zuallererst bedeutet, Dankbarkeit zu zeigen. Wir sind uns bewusst, dass es Aspekte gibt, die beim Feiern von Thanksgiving zu beachten sind und uns ist es wichtig, in einer kulturell angemessenen Weise zu feiern. Für einen guten Überblick darüber, wie die indigene Bevölkerung den Feiertag wahrnimmt und für weitere Ressourcen zum kulturell angemessenen Feiern besuchen Sie bitte diese Seite >

Steve Squires | WeShape.World

Thanksgiving wird in diesem Jahr anders. Sowohl für die Millionen von Amerikanern in den Vereinigten Staaten, aber auch für die, die im Ausland leben. Die Pandemie hält auch an dem sonst so reiseintensiven Feiertag die Menschen davon ab, zusammenzukommen.

Unser Kollege Steve, der in den USA aufgewachsen ist und nun in Deutschland lebt, hat daher dieses Jahr beschlossen, einige Gedanken zu Thanksgiving auf dem WeShape-Blog mit euch zu teilen.

Seit 14 Jahren feiern wir Thanksgiving mit Freunden und Familie in Deutschland.

Anfangs war das für die meisten unserer deutschen Freunde und Familienmitglieder recht neu. Doch gemeinsam haben wir unsere eigene Tradition geschaffen und es ist ein wirklich wunderbares Treffen entstanden. Vor allem weil die Freunde, die neu dabei waren, so offen dafür waren, die Idee anzunehmen und ihre eigene Dankbarkeit mit anderen teilten. Auch wenn das leckere und reichliche Essen sicherlich schon ein guter Grund ist, der Einladung zu folgen 😉

Jedes Jahr kommen wir also zusammen, sammeln Spenden für lokale Organisationen und schauen zurück auf das vergangene Jahr. Dabei werden Geschichten erzählt und Ansprachen gehalten. Dieses Jahr ist alles anders und wir können schweren Herzens wegen der Corona-Pandemie nicht gemeinsam feiern. Und aus diesem Grund möchte ich gerne einige meiner Gedanken in diesem Format mit euch teilen.

„Danke, dass ihr neue Lösungen entwickelt für die Probleme, die wir neu entdeckt haben und für die, die wir schon lange kannten. Danke, dass ihr Gleichgültigkeit mit Empathie bekämpft.“

2020 war offensichtlich ein ereignisreiches Jahr.

Wir stehen kurz vor einem besonderen Jahrestag: Das Coronavirus hat es vor einem Jahr durch die Nachrichten aus Wuhan in unser kollektives Bewusstsein geschafft. Und los ging ein recht wilder Ritt.

Es gibt viele Dinge, die dieses Jahr einzigartig gemacht haben. Hoffen wir, dass es in unserer Geschichte einzigartig bleibt. Wir alle haben gelernt, uns auf verschiedenste Weise anzupassen und zurechtzukommen. Wir haben Entschlossenheit gelernt: Das Richtige tun, auch wenn es schwer ist und wir erschöpft davon sind, uns wieder und wieder an die sich ändernden Regeln und Ratschläge anpassen zu müssen.

Wir haben gelernt, aufeinander aufzupassen. Unsere Gesellschaft hat sich – trotz der Herausforderungen, denen wir begegnet sind und denen wir noch begegnen werden – als bemerkenswert stark erwiesen.

Vor etwa anderthalb Jahren, noch vor der Pandemie, haben wir angefangen, an einer neuen Geschäftsidee (daraus wurde WeShape.world) zu arbeiten, die mit Spendenbudgets und sozialer Verantwortung von Unternehmen verbunden sein sollte. Dann kam die Pandemie und wir fragten uns, ob die Zeit für ein solches Produkt reif sei. Wir grübelten, wie sich die Pandemie auf das Interesse eines Unternehmens (und der Gesellschaft insgesamt) auswirken würde: Wollen und können sie in dieser Zeit soziale Verantwortung tragen, haben sie dafür die Kraft und die nötigen Ressourcen?

Unser Fazit ist, dass dieser Boden nach wie vor “sehr fruchtbar” ist. Menschen engagieren sich selbst während der Pandemie weiterhin sozial und dasselbe erwarten sie von ihren Arbeitgebern und den Marken, die sie konsumieren.

Corona hat uns viele gesellschaftliche Schwachstellen aufgezeigt. Doch noch mehr hat die Pandemie unsere gesellschaftliche Stärke und neue Lösungen für eine bessere Zukunft ans Licht gebracht. Und das macht mir Mut und stimmt mich hoffnungsvoll.

Es gibt viele Gründe zur Hoffnung.

Es gibt Grund zur Hoffnung, dass in den USA die Gemüter abkühlen und dass die Menschen einander mit mehr Verständnis begegnen werden. Wir sehen ein Licht am Horizont, da Wissenschaftler aus aller Welt wirksame Impfstoffe und Behandlungsmethoden entwickeln. Das lässt uns hoffen, dass wir wieder zur “Normalität“ zurückkehren werden. Und dass diese neue Normalität eine bessere sein wird. Eine neue Normalität, die von den Fehlern, dem Ungleichgewicht und den Verantwortungslosigkeiten der alten Normalität gelernt hat.

Schwachstellen sind ans Licht gekommen: Im Gesundheitswesen und im Umgang mit psychischer Gesundheit, in Umweltschutz, Lieferketten, in der staatlichen Effizienz und bei den Subventionen. Und nicht zuletzt das Problem mit der systematischen Verbreitung von Desinformationen. Jetzt stehen wir vor der Chance, diese Fehler zu korrigieren und Probleme zu lösen.

Und dafür bin ich dankbar.

Normalerweise – in einem persönlicheren Rahmen – würde ich an dieser Stelle nun viele Dinge über meine wunderbare Familie sagen (sie sind die Quelle meiner Kraft, und ich bin unglaublich dankbar für sie); ich würde betonen, wie dankbar ich für meine Freunde bin (die mir auch in dieser harten Zeit tagtäglich zeigen, dass sie zu den besten Menschen der Welt gehören), und wie dankbar für meine über die ganze Welt verstreute Großfamilie (die ich sehr vermisse und die mich jeden Tag darauf freuen lässt, sie wieder zu besuchen und sicher mit ihnen zusammen zu sein).

Aber das sind persönlichere Dinge. Da diese Worte heute an ein größeres Publikum gehen als gewöhnlich, werde ich meine Dankbarkeit weiter und allgemeiner, aber nicht weniger aufrichtig, aussprechen.

Vielen Dank an jede und jeden, der dies liest.

Ich bin euch dankbar, dass ihr euren Teil dazu beigetragen habt, eine schwierige Zeit zu überstehen. Danke für die großen und kleinen Taten. Danke, dass ihr die schwierigen wie auch die scheinbar harmlosen Dinge getan habt. Danke, dass ihr an der Front geholfen habt und dass ihr einfach zu Hause geblieben seid. Für das Nähen von Masken und dafür, dass ihr sie einfach tragt. Danke, dass ihr gewählt habt. Danke, dass ihr friedlich und sicher demonstriert habt.

Danke, dass ihr neue Lösungen entwickelt für die Probleme, die wir neu entdeckt haben und für die, die wir schon lange kannten. Danke, dass ihr Gleichgültigkeit mit Empathie bekämpft.

Ich bin dankbar für DICH. Ohne dich gibt es kein Wir. Und WIR haben die Kraft, wunderbare Dinge zu tun.

Lasst uns von hier an gemeinsam gestalten: Eine bessere Welt und eine bessere Zukunft.

Steve