Peter Mercer im Interview

Peter Mercer © Tatort Zukunft e.V.
Unser WeShape-Team freut sich sehr über die Zusammenarbeit mit Tatort Zukunft e.V., einer Organisation, die sich für Rehabilitation und Kriminalprävention in Deutschland einsetzt.
Diese Woche gibt Peter Mercer, zuständig für Projektmanagement und Öffentlichkeitsarbeit, bei unseren Movers & Shapers Einblicke in ihre Arbeit.

Lieber Peter, stelle unseren Lesern eure Organisation doch in ein paar wenigen Sätzen vor.

Tatort Zukunft setzt sich für einen gerechteren, humaneren und effektiveren Umgang mit Kriminalität in Deutschland ein. Das tun wir unter anderem durch Bildungsprogramme in Gefängnissen, bei denen sich Menschen von drinnen und draußen kennenlernen, miteinander und voneinander lernen, Brücken bauen und anhaltende soziale Beziehungen aufbauen.

Durch die Schaffung einer Schnittstelle zwischen Universität und Gefängnis schaffen wir einen Raum, in dem Vorurteile abgebaut, neue Lehr- und Lernkulturen erprobt und transformatives, rehabilitatives Lernen gelebt wird. Unsere vielfältigen Projekte eint der Gedanke, dass wir durch Begegnung und Bildung die Wahrnehmung aller Beteiligten verändern und neue Perspektiven für die Zukunft schaffen können.

Wie kam es denn zu der Idee eures Projekts, wie ist es entstanden?

Gegründet wurde Tatort Zukunft von einer Gruppe von Doktoranden der Kriminologie an der Freien Universität Berlin, um Theorie und Praxis zu vereinen und das deutsche Strafrechtssystem zu transformieren. Mit der Zeit wuchs das Team um Experten aus den Bereichen Kriminologie, Recht, Psychologie, Rehabilitation und Sozialarbeit.

Auf der Grundlage dieser vielfältigen Expertise entwickeln wir innovative Lösungen für die sozialen Herausforderungen, die die Menschen in das Strafrechtssystem führen, und setzen Programme zur Vorbeugung von Straftaten um. Zu unseren jüngsten Initiativen gehören eine Rechtsberatungsstelle, die inhaftierten Menschen und ihren Familien Rechtsbeistand leistet, und ein Modedesign-Programm für inhaftierte Jugendliche, das wir für Fernunterricht adaptiert haben und im kommenden Semester in Zusammenarbeit mit der Universität der Künste erneut anbieten werden.

Was treibt euch denn täglich an, wofür brennt ihr?

Wir glauben, dass eine Gesellschaft, die sich den Menschenrechten verpflichtet fühlt, eine besondere Verantwortung hat, Gefängnisse so human wie möglich zu gestalten und immer wieder zu fragen, wer in einer freien und demokratischen Gesellschaft mit Haft bestraft wird und ob dies die angemessene Antwort auf die gesellschaftlichen Probleme ist, die Menschen ins Gefängnis führen. Das können wir nur, indem wir die Zustände in den Gefängnissen direkt beobachten, Fragen stellen und in einen Austausch mit den Menschen treten, die von diesem sich weitgehend dem öffentlichen Bewusstsein entziehenden Bereich betroffen oder dafür verantwortlich sind.

Wenn du in 3 Stichworten nennen müsstest, in welchen Bereichen ihr die Welt zum Besseren verändert, was wären diese drei Worte?

  • Gerechtigkeit
  • Menschenrechte
  • Demokratie

Möchtest du unseren Leser:innen noch etwas mitgeben?

Die meisten Menschen denken beim Gefängnis nicht an einen Ort, der unsere Aufmerksamkeit oder Sympathie verdient. Aber fast alle Personen, die ins Gefängnis geschickt werden, kehren in unsere Gesellschaft zurück. Wir haben also ein gemeinsames Interesse daran, dass diese Institutionen die Personen menschlich behandeln und dass die zurückkehrenden Bürger das nötige Handwerkszeug haben, um zukünftige Kontakte mit dem Strafrechtssystem zu vermeiden. Wir laden euch ein, mit uns gemeinsam an einer sicheren und gerechteren Gesellschaft zu arbeiten.

 

Vielen Dank für diese spannenden Einblicke. Wir freuen uns, dass wir euch gemeinsam mit den Mitarbeiter:innen unterstützen können! Wer noch mehr wissen möchte findet detaillierte Informationen hier auf der Website von Tatort Zukunft.

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