Marc Helwing im Interview

Marc Helwing © Project Wings gGmbH
Ein Dorf aus Plastikmüll, das ist das Ziel von Project Wings. Im heutigen Interview berichtet Mitgründer Marc Helwing, wie diese Idee entstand und wie das Projekt den Menschen vor Ort damit auch die Möglichkeit bietet, Einkommen zu generieren.

Lieber Marc, stelle unseren Leser:innen eure Organisation doch in ein paar wenigen Sätzen vor.

Project Wings ist eine Naturschutzorganisation, welche es vielleicht so in der Form noch nicht gegeben hat. Gemeinsam bauen wir mit einem einzigartigen Konzept das größte Recyclingdorf der Welt auf Sumatra (Indonesien). 2019 gegründet von vier jungen Menschen, ist diese in kürzester Zeit zu einer der am schnellsten wachsenden Hilfsorganisationen Deutschlands geworden.

Wir wollen Umweltschutz gesellschaftsfähig machen und verbinden mit unserer Arbeit die Bereiche Naturschutz, Tierschutz und humanitäre Hilfe. Unser Projekt ist darauf ausgerichtet, ein selbsttragendes System zu hinterlassen, dass von Einheimischen geleitet wird. Wir sind menschlich, authentisch, transparent und verfolgen eine innovative Ideen. Vor allem aber unsere Nähe zum Menschen, der Austausch mit den Einheimischen und unsere Leidenschaft sind Pfeiler unseres Teams.

Wie kam es denn zu der Idee eures Projekts, wie ist es entstanden?

Der ausschlaggebende Punkt für Project Wings war, das uns nach jahrelanger Erfahrung im Fundraising, dem Austausch mit hundert Tausenden Menschen immer bewusster wurde, das immer weniger Menschen Hilfsorganisationen unterstützen und die externe Gründe haben muss.

Also wollten wir dies ändern. Es “besser” machen und eine eigene Hilfsorganisation gründen. Das war die Grundidee. Sebastian Keilholz war im selben Zeitraum in Sumatra / Indonesien. Lernte dort einen Lehrer kennen, der mit seinen Schüler:innen Plastikmüll aus Flüssen, Regenwäldern und den Straßen sammelte, diesen säuberte und kleingeschnitten in Flaschen stopfte, um eine Wand für das Schulgelände zu bauen. Sebastian dokumentierte alles und stellte uns – Leonie, Erich und mir – das Projekt vor. Erzählte, wie er in dem Projekt aufgeht, wie toll die Menschen vor Ort sind und dem vor Ort herrschenden Enthusiasmus.

Und so kam es dazu, dass wir uns zu viert zusammen taten und unsere eigene Hilfsorganisation – Project Wings gründeten. Wir wollten etwas machen, was vermutlich noch nie zuvor existiert hat und mit dem wir die Menschen in den Bann ziehen können und der Umwelt und Gesellschaft etwas zurückgeben können. Zur selben Zeit schrieb ich meine Bachelorarbeit im Mittelstandmanagement und nutze dies, um den Businessplan für die Gründung von Project Wings zu schreiben. Anfang 2019 war die Abgabe und wir gingen nach Indonesien, um uns selbst ein Bild von der Situation und dem Projekt vor Ort zu machen.

Von der Anfangsidee einer Wand fürs Schulgebäude wurde schnell die Idee eines Ecohostels. Denn wir führten das Ecobrick Pfandsystem ein. Bei dem die Menschen vor Ort ihre Ecobricks – die mit Plastikmüll gestopften Plastikflaschen bei uns gegen Geld abgeben konnten. Innerhalb weniger Wochen erhielten wir 4000 Ecobricks. Vor allem arbeitslose und obdachlose Menschen waren dankbar für diese Möglichkeit, Geld zu verdienen. Aber auch zahlreiche weitere Personen fingen nebenberuflich an ihre Natur zu säubern und sich so etwas dazu zu verdienen. Und wir wollten daraus mehr schaffen als nur ein Hostel. Wenn wir in kürzester Zeit bereits Tausende Ecobricks erhalten hatten, war da mehr drin als nur ein Gebäude.

Und so war klar, wir bauen mehrer Gebäude mit Nutzen für die Einheimischen auf einem Grundstück und so war die Idee des Recyclingdorfes geboren. Wir integrierten einige Hochschulen, Bauingenieure und Architekten, um bauphysikalische Tests durchzuführen, damit der Plastik isoliert und geschützt verbaut wird und dies auf professionellen Ausarbeitungen fußt.

Was treibt dich denn täglich an, wofür brennst du?

Ich war schon immer ein Anpacker und bin der Meinung, dass wenn man eine Idee hat, etwas wirklich umsetzen will, sollte man nicht jahrelange Pläne schmieden und warten, sondern Handeln. Ganz im Sinne: Find a way, not an excuse. Das Wichtigste ist, das zu machen, was man wirklich liebt, und daraus bekommt man auch die Kraft für den täglichen Antrieb.

Wenn du in 3 Stichworten nennen müsstest, in welchen Bereichen ihr die Welt zum Besseren verändert, was wären diese drei Worte?

Naturschutz, Tierschutz und humanitäre Hilfe!

 

Vielen Dank für diese spannenden Einblicke. Wir freuen uns, dass wir euch gemeinsam mit den Mitarbeiter:innen unterstützen können! Wer noch mehr wissen möchte findet detaillierte Informationen hier auf der Website von Project Wings.

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