Reduce, Reuse, Recycle

Rethink! Ein wichtiges “R” → neben Reduce, Reuse und Recycle. Eine wirkliche Veränderung in Sachen Konsum und Ver(sch)wendung ist dann möglich, wenn wir beginnen umzudenken. Aus Gewohnheiten auszubrechen und Neues auszuprobieren. Dann klappt auch der Verzicht.

Wie in unserem Artikel im Februar beschrieben, kann es wahrlich befreiend sein, aus alten Mustern auszubrechen und den eigenen Konsum zu hinterfragen. Und es kann Spaß machen, der Kreativität Raum zu geben und Neues aus Altem zu schaffen. Müll mit neuen Augen zu sehen und ihn Wiederzuverwenden.

Doch lasst uns einen Schritt weitergehen, einen wirklichen Umbruch starten und unsere Ressourcen schonen, indem wir reduzieren. Sobald der globale Konsum wieder auf ein verträgliches Niveau gesenkt wäre und angemessene Löhne und Preise für nachhaltige Produkte und Lieferketten gezahlt würden, weil wir Verbraucher:innen das fordern… Dann würde auch sozial verträglicher und nachhaltiger hergestellt werden. Weg von Fast Fashion, Fast Furniture, Fast Consumption.

Wirklich nachdenklich gestimmt hat mich, als das Thema “Plastikfrei” Fahrt aufgenommen hat. Plötzlich sieht man in Küchen und Badezimmern nur noch Holz, Bambus, und Einmachgläser. Doch wo sind die ganzen Dinge hin, die vorher genutzt wurden? Im Müll. Weil Plastik verwendet man ja nicht mehr. Das Leben dieser Plastikgegenstände wurde oft drastisch verkürzt. Das Umdenken ist da, nur reduziert wurde erst einmal nicht.

Ich selbst ertappe mich auch immer wieder: Kaufe ich nun doch die Avocado aus Kolumbien, weil ich eben heute wirklich Lust darauf habe, oder schaffe ich, zu verzichten? Kaufe ich das Shirt wirklich, weil es mir so gut gefällt oder doch, weil es heute nur 4€ kostet? Und brauche ich überhaupt ein Neues? Ich versuche umzusteigen, plastikfrei und regional einzukaufen und dann gibt es wieder mal nur verpackte Äpfel aus Chile. Aber die sind ja bio. Ein ständiges Abwägen, überlegen, das geht manchmal ganz schön auf die Nerven. Die Lösung, die für mich funktioniert: Ich gehe einfach an den Äpfeln vorbei. Dann halt heute kein Obst. Das ist wirklich befreiend!

Gerade abseits der Supermärkte ist Verzicht auch eine schöne Möglichkeit für soziale Kontakte. Seit ich mir mehr und mehr Dinge ausleihe, anstatt sie zu kaufen, kenne ich plötzlich auch meine Nachbarn viel besser. Und der Flohmarkt ist ein absolutes Win-Win: Ich habe einen tollen Tag mit Freund:innen hinter unserem zugegeben etwas chaotischen Stand, gleichzeitig bekommen liebgewonnene Dinge, die ich nicht mehr benötige ein zweites (oder drittes, oder viertes) Leben! Und klar, ich kann mich auch nicht von allem so einfach trennen. Die Stücke, die mir besonders lieb sind versuche ich, reparieren zu lassen, wenn das Alter sie einholt. Da freuen sich Schneiderin und Schneider ebenso wie mein sentimentales Ich, das manchmal nicht loslassen kann 🙂

An Tipps und Leitfäden für einen nachhaltigeren Lebensstil mangelt es nicht, das Internet ist (zum Glück) voll von Ratgebern und Checklisten zur Plastikvermeidung, zum Stromsparen, zum Wassersparen und und und. Deshalb teilen wir hier nur die Tipps mit euch, die wir selbst auch umsetzen, die uns leicht fallen oder bei denen wir einen kleinen Aha-Moment erlebten.

Habt ihr auch einen Tipp für uns, den wir hier veröffentlichen sollen? Dann schreib uns gerne an!


Weiteres aus unserer Serie “Nachhaltiger Leben”

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