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Haie sind für ein gesundes Ökosystem unverzichtbar, ihr Verschwinden hätte weitreichende Folgen. In diesem Artikel schauen wir uns an, welchen Bedrohungen sie ausgesetzt sind. Denn je besser wir unsere Umwelt verstehen, desto effektiver können wir sie schützen.

Beifang & Geisternetze

Als Beifang werden alle nicht-beabsichtigte Fischerei-Erzeugnisse bezeichnet. Sprich, alles was im Netz landet, von der Industrie aber nicht beabsichtigt und meist auch nicht gewollt ist [8]. Der Großteil des weltweiten Fangs – Studien sprechen hier von über 40% – wird wieder über Bord geworfen, um Raum in den Laderäumen der Schiffe zu sparen [8]. Für die Tiere ist es dann meist schon zu spät. Sie sind in den Netzen und an den Langleinen der nicht-selektiven Fischerei gestorben.

Die Langleinenfischerei (eigentlich auf Thunfisch oder Schwertfisch ausgerichtet) im offenen Ozean ist vor allem für Hochsee-Arten problematisch, da diese sich häufig mit ihren Migrationsrouten überschneiden. Überlebensraten sind stark artenspeziefisch; Tigerhaie (Galeocerdo cuvier) kommen meist gut mit Fangstress klar, bei anderen Arten liegt die Mortalität wesentlich höher [9]. Dank der ungenügenden weltweiten Überwachung der Fischerei-Industrie sind genaue Daten zu Mortalitätsraten und der Zusammensetzung des Beifangs Mangelware. Für viele Hai-Arten bedeutet die Beifang-Problematik jedoch einen zusätzlichen anthropogenen Stress, dem sie ausgesetzt sind.

Geisternetze – verlorene oder anderweitig weggeworfene Fanggeräte inklusive Netze, Leinen und Haken – sind für 10% der marinen Plastikverschmutzung verantwortlich [10]. Obwohl sie nicht mehr aktiv durch Fischer und deren Schiffe geführt werden, erfüllen sie weiterhin ihren Bestimmungszweck: fangen was ihnen in die Quere kommt. Die oft großflächigen Netze treiben ungesehen durch die Ozeane. Wie beim Beifang leidet hier vor allem marine Megafauna – also alles von Haien & Rochen über Schildkröten zu Meeressäugern. Einmal im Netz gefangen wartet eines von drei Schicksalen auf die Tiere: ersticken, verhungern oder gefressen werden.

Tourismus

Wildtier-Tourismus ist einer der an den schnellsten wachsenden Sektoren der Tourismusbranche. Oft folgt ein starker Wirtschaftsaufschwung für die Region. Allerdings hat dieser das Potenzial, die natürliche Umgebung und dass Verhalten der betreffenden Tiere stark zu verändern.

Ein plakatives Beispiel hierfür ist die Region Oslob im Südwesten der Philippinen. Vor 2011 waren die stillen tropischen Buchten für traumhafte Riffe und vereinzelte Besuche durch Walhaie (Rhincodon typus) bekannt. Bereits im darauffolgenden Jahr hatte sich die Situation dramatisch geändert. Oslob war zur Walhai-Hauptstadt der Welt geworden – und das praktisch über Nacht.

Was ein wahres Wirtschaftswunder für die Region war, fügte den Walhaien im Laufe der nächsten Jahre erheblichen Schaden zu. Diese haben nämlich nicht spontan ihre Migrationsrouten geändert, sondern wurden angelockt – mit einem nie enden wollenden Vorrat an gefrorenen Garnelen [11]. Pünktlich zum Sonnenaufgang fährt eine ganze Flotte ehemaliger Fischer raus in die Buchten um die bereits wartenden Haie zu füttern. Dicht gefolgt kommt eine zweite Flotte – hunderte Touristen strömen in die Region, um das Schauspiel vom Wasser oder vom Boot aus zu beobachten. Die Urlauber bezahlen gutes Geld für ihren „Whalesharks guranteed“ Trip, um mit Instagram-würdigen Fotos nach Hause zu kommen. Doch auch die Haie zahlen, sei es durch Mangelernährung aufgrund des einseitigen Futters, Verhaltens- und Migrationsänderungen oder – immer öfter – durch Verletzungen. Leider ist es keine Seltenheit Haie mit abgetrennten Rückenflossen oder Propeller-Wunden zu sehen [12]. Das Geschäft „Walhai“ boomt, für Naturschutz oder Einhaltung von Verhaltensregeln bleibt nur selten genug Zeit.

Viele dieser Probleme sind lokal begrenzt, bilden jedoch zusammen ein tödliches Mosaik, dem die Haie chancenlos gegenüberstehen. Eine Bedrohung gilt allerdings weltweit – der immer stärker voranschreitende Klimawandel. Wir denken an schweißtreibende Sommer, unvorhersehbare und extreme Wetterphänomene oder überraschend milde Winter; aber auch die Meere sind spürbar betroffen. Nicht nur steigenden Wassertemperaturen sollten uns Sorgen machen, sondern auch die Auswirkungen auf Meeresbewohner. Haie, die sich dank niedriger Reproduktionsraten nur schwer an die wandelnden Bedingungen anpassen können, brauchen intensive Aufmerksamkeit.

Sei dabei & hilf SHARKPROJECT, einen der Hauptgründe für die sinkenden Populationszahlen der Haie zu verhindern. Ohne Dich Geht’s Nicht – Deine Stimme für ein EU-weites Handelsverbot mit losen Hai-Flossen -> https://eci.ec.europa.eu/012/public/#/screen/home

Quellenangaben findet ihr hier.

 


atlantic lemon and tiger shark at the Bahama Bank (c) Gerald Nowak

Atlantischer Zitronen- und Tigerhai auf der Bahama Bank (c) Gerald Nowak


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