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Haie sind zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Was bedeutet das für unser Ökosystem?

Wenn sich der aktuelle Trend – nämlich die stetige Abnahme der Populationszahlen – nicht ändert, werden viele der großen und bekannten Hai-Arten immer seltener werden und letztendlich aussterben. Die Konsequenzen sind leider bereits deutlich sichtbar – und das oft auf sehr überraschende Weise.

Leider können wir bereits jetzt beobachten was passiert, wenn Haie verschwunden sind:

Abnehmende Wasserqualität

Ein ähnliches Szenario zeigte sich im Nordatlantik um die Jahrtausendwende. Hier waren es nicht Riff-Haie die dezimiert wurden, sondern vor allem große Arten wie Hammer- und Fuchshaie. Entlang der Ostküste der USA nahmen Hai-Populationen so weit ab, dass sie ihre Rolle als Spitzenjäger nicht mehr erfüllen konnten. In diesem Zeitraum hat die Anzahl ihrer Beute – vor allem Rochen – um mehr als das zehnfache zugenommen. Die Auswirkungen sind im gesamten Ökosystem zu spüren gewesen.

Am deutlichsten war aber der plötzliche Zusammenbruch der traditionellen Jakobsmuschelfischerei. Die stark rentable Zucht und Fischerei von Jakobsmuscheln und Austern nährte hier einen gesamten Industriezweig. Nicht nur führte das Verschwinden der Haie zu einer Änderung der Gemeinschaftsstruktur im Meer, sondern auch zum ökonomischen Untergang einer gesamten Region. Die Auswirkungen auf die dort lebende Bevölkerung war dramatisch, viele Menschen verloren innerhalb einer Saison ihre komplette Lebensgrundlage.

In den folgenden Jahren konnten zwei weitere Konsequenzen beobachtet werden. Die große Anzahl an Rochen zerstörte die lokalen Seegraswiesen durch ständiges Umwühlen während der Nahrungssuche. Dies hatte einen merklichen Rückgang an Speisefischen zur folge die auf die Seegraswiesen als Aufzuchtsgebiet für ihre Jungtiere angewiesen sind. Die wohl überraschendste Folge war aber das Absinken der lokalen Wasserqualität. Muscheln filtern Wasser auf der Suche nach Nahrung – Phytoplankton – und liefern so einen entscheidenden Beitrag zur Aufrechterhaltung der Wasserqualität. Mit dem Zusammenbruch der Muschelpopulationen entfiel dieses Filtersystem. Die Konsequenz -> vermehrte Algenblüten und sauerstoffarme Zonen.

Verschwindende Seegraswiesen vor Australien

Seegraswiesen sind eine der wichtigsten Ressourcen im Kampf gegen den Klimawandel. Nicht nur produzieren sie viel Sauerstoff, sondern speichern auch prozentual mehr CO2 als Landpflanzen. Leider verlieren wir weltweit pro Tag ein bis zu zwei Fußballfelder an Seegrasfläche. Oft liegen die Gründe im touristisch motivierten Küstenausbau aber vor Australien sind sie eng mit dem Verschwinden an Tierhaien gekoppelt.

Oft bringt bereits die bloße Anwesenheit die Beute der Haie zu einer Verhaltungsänderung. So sind Seekühe und grüne Schildkröten – die sich von Seegras ernähren – oft sehr Standort-treu. Was dazu führt, dass die immer gleichen Bereiche abgegrast werden. Auf kurz oder lang schädigt dies die Seegraswiese und führt dazu, dass entweder neue Ausbreitung verhindert wird oder ganze Abschnitte absterben.

Die Anwesenheit der Tigerhaie führt zu einer Vermeidungstaktik der Meeressäuger und Reptilien. Sie wechseln oft ihren Standort was dem Seegras genügend Zeit zur Regeneration gibt. Tigerhaie kontrollieren also indirekt die Struktur von Seegraswiesen und letztendlich aller Gemeinschaften, die auf den Lebensraum Seegras angewiesen sind.
Ein Ozean ohne Haie ist ein trauriger, einsamer Ort. Die Auswirkungen bekommen nicht nur Meeresbewohner zu spüren, sondern auch wir. Keine farbenfrohen Riffe zum Tauchen, sinkende Fangzahlen an Speisefischen und ein noch drastischerer Klimawandel – definitiv keine schöne Vorstellung.

Wenn Haie also so wichtig sind, könnten wir annehmen, dass wir Menschen gut auf sie aufpassen? Leider sieht die Realität – mal wieder – komplett anders aus. Fangquoten steigen stetig an, Populationszahlen sind im Sturzflug und immer neue Arten rücken auf der Roten Liste der IUCN dem Aussterben näher.

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Hai (c) Klaus-Peter Harter | Sharkproject

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