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Haie brauchen – wie fast alle Lebewesen – Sauerstoff für ihren Energiehaushalt. Auch hier erschwert der Klimawandel dem Weißen Hai und vielen anderen großen pelagischen Arten das Überleben.

Warmes Wasser hat, aufgrund einer geringerer Speicherkapazität, einen reduzierten Sauerstoffgehalt. Gerade die großen, charismatischen Arten reagieren dank ihrer hohen Stoffwechselrate besonders empfindlich auf ein Absinken des Sauerstoffwertes [6]. In einigen Küsten- und Meeresregionen rund um den Globus werden sauerstoffreiche Schichten immer flacher, was Hai-Arten näher an die Oberfläche treibt. Dort sind sie anfälliger für die Fanggeräte der Fischerei, enden vermehrt als Beifang oder verfangen sich in Geisternetzen.


Epaulettenhai © C. Gstöttner

Ein schlechter Start ins Leben – Epaulettenhai © C. Gstöttner


 

Epaulettenhaie (Hemiscyllium ocellatum) sind eine Art kleiner bodenlebender Haie aus der Familie der Bambushaie.

Sie kommen vorwiegend vor den Küsten Australiens und im Südpazifik vor. Wie 40 Prozent aller Hai-Arten legen sie Eier, die drei bis vier Monate zum Schlüpfen brauchen. In dieser Zeit ist der sich entwickelnde Embryo komplett auf sich gestellt, da keinerlei Brutpflege stattfindet. Den Elementen – und damit den steigenden Wassertemperaturen – ist er damit komplett ausgeliefert.

Der thermische Stress übt sich stark auf Epauletten-Hai-Eier aus, und dies mit drastischen Konsequenzen [7]. Studien belegen, dass Jungtiere, die unter künstlich erhöhten Temperaturen herangezogen wurden, früher schlüpfen und somit geschwächt auf die Welt kommen als Artgenossen in kühleren Gegenden. Jungtiere sind oft kleiner und weisen weniger Markierungen auf, was dazu führt, dass sie anfälliger für Raubfische sind.

Wenn die Temperaturen über einen gewissen Schwellenwert steigen, überleben die Embryonen möglicherweise nicht einmal bis zum Schlüpfen. Da Haie eh ein geringes Reproduktionspotenzial haben, hätte dies verheerende Konsequenzen für die stetig sinkenden Populationszahlen.

 

Saure Ozeane = Hungrige Haie

Die Erhöhung der atmosphärischen CO2-Konzentration führt nicht nur zu steigenden Temperaturen, sondern beeinflusst auch die chemische Zusammensetzung des Meerwassers. Die Aufnahme von zusätzlichem CO2 aus der Atmosphäre führt dazu, dass der pH-Wert der Ozean sinkt – sie werden saurer [8].

Die Auswirkungen dieser Versauerung wird hauptsächlich an den Beispielen von Kalkbilder wie Korallen und Muscheln studiert, aber auch Haie spüren die Konsequenzen. Studien aus Kapstadt an Puffotter-Katzenhaien (Haploblepharus edwardsii) zeigen deutlich, dass die Zusammensetzung, Bildung und Stärke der Dentikel unter den veränderten Bedingungen leidet [9]. Da Haizähne und Dentikel einen ähnlichen Aufbau haben wird erwartet, dass die Auswirkung auf Zähne analog verläuft.

Betroffen davon werden vor allem pelagische Arten sein, die auf effizientes Schwimmen und plötzliche Beschleunigung angewiesen sind. Kurzflossen-Makohaie (Isurus oxyrinchus) erreichen Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 74 km pro Stunde, wobei die hydrodynamisch geformten Dentikel eine wesentliche Rolle spielen [10]. Eine veränderte Oberflächenstruktur wird zu erhöhtem Energieaufwand führen, ein definitiver Nachteil für viele Bewohner des Offenen Ozeans. Dies, plus geschwächte und brüchige Zähne, malt ein trauriges Bild für die Haie der Zukunft.

Aber auch bodenlebende Haie werden die Veränderung zu spüren bekommen. Hier erzeugt die Form der Dentikel keinen Geschwindigkeitsvorteil, sondern dient zum Schutz vor Fressfeinden [11]. Eine Reduzierung der Panzerung wird vor allem für Jungtiere problematisch werden.

Die immer deutlicher werdenden Auswirkungen des Klimawandels kristallisieren sich zu einem der bedeutendsten Probleme unserer Zeit heraus. Wir brauchen jeden Verbündeten und jede mögliche Ressource, um unsere Zukunft – und die unseres Planeten – zu retten. Haie stehen dabei auf unserer Seite!

Robuste Hai-Populationen tragen wesentlich zum Erhalt gesunder Riffe & Seegraswiesen bei. Beide binden große Mengen an atmosphärischem CO2 und liefern uns was wir dringend brauchen – Sauerstoff.


In knapp drei Monaten endet der Zeitraum um die EU Bürgerinitiative „Stop Finning – Stop the Trade“ zu unterstützen. Ohne Dich geht’s nicht – Deine Stimme für den Hai-Schutz:  https://eci.ec.europa.eu/012/public/#/screen/home


Quellenangaben findest du hier.
Text Sarah Russwurm


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