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Ein erster Meilenstein zum Schutz des bedrohten Kurzflossen Makohaies im Nordatlantik wurde erzielt.

Sharkproject International ist akkreditierter Beobachter beim ICCAT (International Commission for the Conservation of Atlantic Tunas) und hat an der diesjährigen Kommissionssitzung mit besonderem Interesse an wirksamen Schutzmaßnahmen für die bedrohten Kurzflossen-Makohaie im Atlantik teilgenommen. Wir hatten gehofft, dass ICCAT endlich das seit vielen Jahren geforderte Fangverbot für Kurzflossen Mako im Nordatlantik beschließt, um endlich dessen Überfischung zu beenden und einen Wiederaufbauplan für diesen kritisch überfischten Bestand einzuleiten. Auch wenn wir keinen vollständigen „retention ban“ erzielen konnten – weil die EU vehement gegen ein komplettes Fang- und Anlandeverbot opponiert und eine Einigung erneut hätte scheitern lassen – konnte dennoch ein entscheidender Etappensieg erzielt werden:

Zwei Jahre „retention ban“ (2022 und 2023) und danach ist nur dann noch die Anlandung einer stark reduzierten Menge überhaupt zulässig, wenn

  1. die Gesamtsterblichkeit im Nordatlantik inklusive des gesamten toten Rückwurfs und einer vom SCRS (wissenschaftliche Ausschuss des ICCAT) definierten Sterblichkeitsrate für den lebenden Rückwurf zusammen mit allen möglicherweise erlaubten Anlandungen im Vorjahr weniger als 250 Tonnen ausmachte!
  2. die Staaten in diesem Jahr alle ihre Fänge, tot zurückgeworfenen Tiere und lebend freigelassenen Tiere berichtet haben.
  3. keine Überschreitungen aus den vorangegangenen Jahren vorliegen, die zuerst noch „zurückbezahlt“ werden müssen.
  4. die Fangnationen die angelandeten Mengen dann jeweils monatlich an das ICCAT Sekretariat berichten.
  5. Entweder ein menschlicher Beobachter an Bord ist oder ein geeignetes elektronisches System, um zu bestätigen, dass die an Bord behaltenen Tiere bereits tot waren als die Leinen eingeholt wurden.

250 Tonnen pro Jahr sind zwar noch immer mehr als für eine schnellstmögliche Erholung dieses Bestandes im Nordatlantik gut wäre, aber DEUTLICH weniger als die im Jahr 2020 allein von der EU angelandeten 1.250 Tonnen! Der erzielte Etappensieg ist ein Kompromiss den wir v.a. dem unermüdlichen Einsatz der Sponsoren des ursprünglichen Vorschlages für einen „retention ban“, nämlich Großbritannien, Kanada, Gabun und Senegal zu verdanken. Und all denjenigen Wissenschaftlern und Meeresschützern die seit 2017 einen „retention ban“ unermüdlich gefordert hatten, dass die Kommission endlich auf die Empfehlungen der Wissenschaft und nicht die Wünsche der Industrie hört. Historisch ist dieses Ergebnis auch, weil zum allerersten Mal ein Wiederaufbauplan für eine überfischte Haiart in der Kommission beschlossen wurde. Und mit der Festsetzung der Wahrscheinlichkeit diesen Aufbau bis 2070 auch zu schaffen zwischen 60 % und 70 % liegen muss. Natürlich hätten wir uns dafür lieber jetzt schon 70 % Ausbauwahrscheinlichkeit gewünscht, die dann zu einer max. zulässigen Gesamtmortalität von weniger als 100 Tonnen geführt hätten, doch das war eben der Kompromiss, den wir gehen musste, denn leider entscheidet ICCAT immer nur einstimmig.

Allerdings lief auch nicht alles wie erhofft
Zum Beispiel scheiterte ein Antrag von 10 Mitgliedsstaaten endlich eine „Fins Naturally Attached“ Verpflichtung bei ICCAT einzuführen, wie sie in Großbritannien, der EU, Kanada, den USA und vielen anderen Mitgliedsstaaten bereits seit vielen Jahren gilt. Das Vorhaben scheiterte erneut an der Weigerung von Japan und China, diese weltweit als einzig wirksame Maßnahme zur Verhinderung von „Finning“ auf See anerkannten Forderung zu verpflichten, um das „Finning“ von Haien auf See wirklich zu beenden.

Und auch für die Blauhaie sieht es düster aus, denn obwohl die 2019 erstmals vereinbarte Fangbegrenzung im Südatlantik bereits in 2020 sehr deutlich, nämlich um über 5.000 Tonnen überschritten wurde, wird dies für die Fangnationen keine Konsequenzen haben und die nächste Überprüfung der Maßnahmen wurde auf 2023 vertagt. Wir sind außerdem enttäuscht, dass auch in diesem Jahr erneut keine Maßnahme zur Beendigung der Überfischung des Kurzflossen Mako im Südatlantik vereinbart wurde.


Sharkproject Germany © David Serradell

Makohai © David Serradell


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