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Paraguay macht in Deutschland Schlagzeilen beim Drogenhandel und mit seiner Grillkohle. Aber nur wenige kennen den traurigen Rest an Wäldern, die in Paraguay einen ungeschützten Schutzstatus haben: Sie werden für Marihuana abgeholzt und zu Grillkohle verbrannt. Der Einfluss auf das eigene und weltweite Klima ist verheerend. 

In mehreren Folgen berichten wir über diese Zusammenhänge zwischen Entwaldung und seinen Konsequenzen in Paraguay.


Teil 1: Die Hintergründe

Der Atlantische Regenwald (die Mata Atlântica) ist ein tropisches Waldgebiet an der Ostküste von Südamerika. Es erstreckt sich auch ins Innere des Kontinents bis in den Osten von Paraguay. Die Mata Atlântica ist einer der am stärksten bedrohten tropischen Wälder. Durch Abholzung wurde die Fläche bereits im 20. Jahrhundert extrem reduziert. Die Biodiversität ist auch heute noch eine der höchsten der Welt, obwohl nur noch unzusammenhängende Reste existieren, die meist als Schutzgebiete deklariert wurden.

Rodungsverbot als Rettung?

1992 stellte der damalige paraguayische Präsident General Andrés Rodríguez während der Umweltkonferenz der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro ein Projekt zum Schutz der Wälder durch die Schaffung öffentlicher und privater Reservate vor. Diese Initiative führte 1994 zur Verabschiedung des Paragraphen 354, mit dem das nationale System geschützter Waldgebiete in Paraguay geschaffen wurde. Seit 2004 besteht in Paraguay ein Rodungsverbot für den östlichen Landesteil.

Die Realität

Es schien, als würde mit diesen Gesetzen das Land seine Wälder ausreichend schützen. Die Realität aber heißt illegale Entwaldung und eine Brandkatastrophe durch die extreme Dürre im Jahr 2020: Zum Zeitpunkt der Errichtung des Schutzgebiets 1994 verfügte der Osten von Paraguay nach einem Bericht des Forstdienstes der Nationalen Universität von Asunción (UNA) noch über eine Waldfläche von 4.300.000 Hektar. Die aktuellen Daten von INFONA (Instituto Forestal Nacional) zeigen, dass es selbst vor der verheerenden Dürrekatastrophe nur noch 2.700.000 Hektar gab. Nach Rodrigo Zárate, Direktor von Guyrá Paraguay (einer Organisation, die Naturschutz- und Forschungsprojekte im Atlantischen Regenwald durchführt) werden immer noch Bäume gefällt, um Schnittholz zu verkaufen, und aus den Überresten wird Holzkohle hergestellt. Danach wird insbesondere Marihuana angepflanzt, heute auf offenen Flächen, während früher noch die hohen Bäume als Schutz vor einer Entdeckung bei Überflügen stehen blieben.

Im nächsten Teil werden wir im Detail zur illegalen Abholzung berichten.


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Blick aus dem Überwachungsflugzeug: Viele Brände und Rodungen können nur aus der Luft erkannt und lokalisiert werden.

Blick aus dem Überwachungsflugzeug: Viele Brände und Rodungen können nur aus der Luft erkannt und lokalisiert werden.